Wie bekomme ich Familie und Pferd unter einen Hut?

Teil 2: Das erste Jahr mit Kind

Nun ist es so weit, Töchterchen ist frisch geschlüpft, ich aus dem Krankenhaus entlassen und wohin führt der erste Weg? Natürlich zum Hü immerhin war ich eine ganze Woche nicht im Stall. Welch ein Wunder das Pferd ist noch da und sogar am leben es hat eine ganze Woche ohne mich geschaft.
Womit ich vor der Geburt nicht gerechnet hatte war der Wochenfluss. Ja ich weiß ist echt ekelig aber man blutet wie abgestochen und man darf keine OB´s verwenden. Nach einer Woche hatte sich dieses Problem etwas gebessert und ich fragt die Hebamme ob ich wieder aufs Pferd kann. Darauf folgte ein entsetzter Blick und die Frage ob ich im Alter Inkontinent werden möchte, ansonsten sollte ich 6 Monate warten. Ein Schock so lange würden Carossa und ich das ja nie aushalten. Also was ist die logische Konsequenz? Natürlich eine andere Hebamme und den Frauenarzt gefragt. Diese meinten zwar auch das es nicht besonders gut ist aber wenn ich vorsichtig anfange wird es schon gehen. Man sollte dazusagen mein Frauenarzt hat vom Reiten die Vorstellung man sitzt ja eh bloß drauf.
Also 10 Tage nach Geburt wieder aufs Hü geschwungen und etwas im Schritt geritten. Für meine Psyche war es super. Nach ein paar Tagen wieder getrabt und galoppiert aber das wollte nicht so wie es sollte ich hatte das Gefühl, dass nichts mehr funktioniert. meine Organe schwammen umher und die Muskulatur im Bauch die eh nie besonders gut war hat sich komplett verabschiedet. Aber Reiten ist ja Sport und somit wurde es Zunehmend besser. Rückbildungsgymnastik war für die Katz da ich zu dem Zeitpunkt nach 10 Wochen schon wieder regelmäßig am Pferd saß. Was mir sehr viel gebracht hat war ein Pilates Kurs. Ich hatte noch nie so einen Muskelkater wie nach diesen Stunden. Nach diesem konnte ich endlich wieder Aussitzen. (Zumindest so gut wie davor da dies ja noch nie eine Stärke von mir war)

Zumindest zeitlich hatte ich kaum Probleme. Töchterchen hat anfangs so viel geschlafen das ich sie im Stall einfach in ihren Wagen gelegt habe und dann konnte ich problemlos mindestens eine halbe Stunde reiten. Sobald sie wach geworden ist habe ich zum reiten aufgehört und das Pferd wieder weggepackt. Natürlich hat auch mein Mann sie regelmäßig genommen das ich auch mal ins Gelände oder Reitstunde reiten konnte. Klar man muss sich dem Kind anpassen aber es war wirklich kein Problem so viel Zeit wie in dem Jahr Elternzeit hatte ich glaub ich noch nie für mein Pferd. Ich hatte auch den Plan Töchterchen ins Tragetuch zu packen und dann in Ruhe zu longieren aber sie war da anderer Meinung und verbrachte ihre Zeit lieber kuschlig eingepackt auf der Tribüne im Kinderwagen.

So ging das erste halbe Jahr wirklich stressfrei vorüber. Als meine Tochter dann älter wurde und anfing mobil zu werden wurde es anstrengender. Sie fand es irgendwann zu langweilig nur im Wagen die Leute anzuschauen. Ich versuchte die Reiteinheit auf die Zeit des Mittagschlafs zu legen und hab sie notfalls auch mit Babyphone und offenen Fenster im Auto schlafen lassen. Dies war nur notwendig wenn sie schon auf den Weg in Stall eingeschlafen ist. Wenn wir es wach in Stall geschafft haben Kind in Kinderwagen, Pferd gesattelt angebunden und kurz spazieren geschoben bis sie schlief und nun ab aufs Pferd unnötige Sachen wie putzen lies ich dann ausfallen. Zu diesen Zeitpunkt bin ich dann öfters auch erst abends in Stall gefahren wo der Papa zu Hause war und aufgepasst hat.

Und somit ging das erste spannende Jahr mit Kind zuende.

 

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